#361: Lkw-Fahrer aus Drittstaaten: Rettung gegen den Fahrermangel?
Shownotes
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00:00:07: Hallo und herzlich willkommen zu einer neuen Folge von Verkehrsrundschau-Funk, dem Podcast rund um Transport, Logistik und Mobilität.
00:00:14: Ich bin Tabea Schulz, Mitarbeiterin der Verkehrsundschau und Chefin vom Dienst beim Traker
00:00:18: Und ich bin Christian Bonk, freier Journalist und ebenfalls schon lange mit der Branche unterwegs.
00:00:23: Heute sprechen wir über ein Thema, dem sich viele Speditionen aus Angst vor einem gigantischen Verwaltungsaufwand vermutlich noch nie genähert haben Der Fahrerakquise in Drittstaaten.
00:00:33: Provokante Frage, wie kommt ein Lkw-Fahrer aus Ghana ans Steuer eines Trucks aus Niedersachsen?
00:00:39: Die Zahlen sind dramatisch.
00:00:40: In Deutschland fehlen zwischen hunderttausend bis hundredzwanzigtausende LkW Fahrer.
00:00:45: Jedes Jahr kommen fünfzehntausend dazu.
00:00:48: Ohne
00:00:48: Zuwanderung auf Drittstaaten wird das nicht mehr zu lösen sein aber der Weg dorthin ist kompliziert langwierig und voller Faltstrecke.
00:00:57: Die Lage ist klar, der EU-Arbeitsmarkt ist leergefegt.
00:01:00: Länder wie Polen, Rumänien oder Bulgarien haben selbst Entpässe.
00:01:04: Gleichzeitig altert die Fahrerbelegschaft in Deutschland rapide.
00:01:08: Die inländische Ausbildung steckt nur ein Bruchteil dieses Bedarfs
00:01:11: ab.".
00:01:12: Das hatten wir in unserer Folge zum Fachkräftemangel auch bereits schon mal angesprochen und das bedeutet übrigens hier, in dem Fall wer heute als Spedition wachsen und überhaupt stabil bleiben will muss über Drittstaaten gehen.
00:01:25: Damit sind im Prinzip übrigens nicht alle EU-Staaten gemeint – und das Ganze ist keine exotische Option sondern eine strategische Notwendigkeit!
00:01:35: Wir haben uns dazu eine Machbarkeitsstudie eines auf internationale Fahrerrekrutierung spezialisierten Partners angeschaut.
00:01:42: Sie arbeitet mit ganz klaren Ausschlusskriterien, keine EU-Staaten, keine Kriegsgebiete, keine Länder mit extrem hohen BIP, keine Ministaaten.
00:01:52: Danach folgt eine Pestlanalyse eines jeden Staates – also eine Betrachtung der Kernaspekte Politik, Wirtschaft, Gesellschaft, Technologie Umwelt und die Rechtslage in jedem relevanten Staat beinhaltet.
00:02:06: Und am Ende bleiben bestimmte Regionen übrig, die sich für eine Akvise eignen – der Balkan, Teile Nordafrika, Westafrika einige Länder in Lateinamerika und Asien.
00:02:16: auch Länder wie Albanien, Kosovo, Ägypten, Ghana, Dominikanische Republik und Bangladesch tauchen immer wieder auf.
00:02:26: Arbeitslosigkeit oder Löhne.
00:02:28: Entscheidend ist auch, ob es dort Strukturen gibt mit denen man überhaupt zusammenarbeiten kann.
00:02:33: dazu gehören Behörden Verbände Fahrschulen und natürlich Sprachpartner.
00:02:37: Und da wird das dann jetzt doch kompliziert denn Fahrer aus Drittstaaten zu holen ist kein.
00:02:42: Wir buchen mal einen Flugprozess.
00:02:44: Es ist halt ein richtig großes Projekt
00:02:47: Genau Tabea.
00:02:48: Der Prozess beginnt nämlich mit der Auswahl des Herkunftslandes.
00:02:52: Das ist mehr als eine Bauchentscheidung.
00:02:54: Speditionen müssen prüfen.
00:02:56: Wie stabil ist das Land politisch?
00:02:57: Gibt es dort verlässliche Behörden, wie ist das Bildungsniveau?
00:03:00: und vor allem gibt's Strukturen mit denen man überhaupt zusammenarbeiten kann?
00:03:05: erst wenn diese Fragen geklärt und bejaht sind lohnt sich der nächste Schritt
00:03:09: Denn ohne ein Partner vor Ort geht gar nichts.
00:03:11: Man braucht ÖPNV-Betriebe private Busunternehmen, Verbände und Migrationsbehörden die Bewerber identifizieren vorqualifizierend und begleiten können.
00:03:22: Diese Partner übernehmen oft die Vorauswahl, organisieren Sprachkurse und helfen bei der Dokumentenbeschaffung.
00:03:28: Ohne
00:03:28: diese Infrastruktur wird das Projekt schnell zum Blindflug.
00:03:32: Der dickste Brocken ist dabei ohne Frage die Qualifizierung.
00:03:36: Die Fahrer müssen Deutsch lernen mindestens auf A-II Niveau besser B-I.
00:03:41: Sie brauchen eine Anerkennung ihres Führerscheins, müssen theoretische und praktische Prüfungen ablegen.
00:03:46: Und natürlich die BKF Grundqualifikation erwerben.
00:03:49: Genau hier hängt Deutschland anderen Ländern hinterher.
00:03:53: Die Verfahren sind langsam, Prüfung oft nur auf Deutsch möglich – und Termine sind wie so oft rar!
00:04:00: Deshalb weichen viele Unternehmen auf Polen
00:04:02: aus.
00:04:02: Dort sind die BKF-Prüfungen mehr sprachig, die Abläufe eingespielt und die Behörden pragmatischer.
00:04:09: Deutschland ist da nicht gerade Weltmeister.
00:04:12: Das führt dazu dass Fahrrad zwar für Deutschland vorgesehen sind aber ihre Qualifikation im Ausland erwerben weil es schlicht schneller und realistischer ist.
00:04:21: Und dann kommt der nächste harte Brocken das Visum.
00:04:24: Die Verfahren dauern realistisch sechs bis zwölf Monate.
00:04:27: Die Botschaften sind überlastet, die Familienvergabe ist zäh und jede fehlende Unterlage wirft das Verfahren um Wochen oder Monate zurück.
00:04:37: Parallelen müssen Unternehmen schon Wohnraum organisieren, Arbeitsverträge vorbereiten, Sozialversicherungen anmelden und einen onboardigen Plan – das kulturelle und sprachliche Unterschiede
00:04:47: berücksichtigt.".
00:04:49: Das ist ein echter Kraftakt!
00:04:50: Viele Speditionen
00:04:51: unterschätzen, wie viel Betreuung nötig ist.
00:04:54: Vom ersten Tag an Behördengänge, Bankkonto, Krankenversicherung Orientierung im Alltag.
00:05:01: Wer das nicht professionell begleitet verliert den Fahrer schnell wieder.
00:05:04: Drittstaatenrekrutierung ist kein Projekt sondern eher ein Integrationsprozess.
00:05:11: Was man auch nicht vergessen darf sind natürlich die Familien.
00:05:14: viele Fahrer wollen langfristig bleiben aber nur wenn eine Perspektive für Ehepartner und Kinder besteht.
00:05:21: Das beeinflusst die Motivation, die Bindung.
00:05:26: Wer das ignoriert, verliert wertvolle Fachkräfte an andere Branchen oder Länder.
00:05:30: Genau und deshalb braucht es eine strategische Herangehensweise.
00:05:34: Unternehmen die erfolgreich Fahrer aus Drittstaaten integrieren haben klare Prozesse fester Ansprechpartner und einige enge Zusammenarbeiten mit Verbänden und Behörden.
00:05:44: Wer dagegen mal eben zehn Fahrer holen will scheitert fast zwangsläufig.
00:05:48: Dritt-Strattenregutierung funktioniert aber nur wenn man sich eben professionell damit auseinandersetzt.
00:05:54: Jetzt haben wir im Prinzip von vielen, vielen Problemen und Hämnissen gesprochen.
00:05:58: Aber wir wollen auch aufzeigen wie ein solches Projekt funktionieren kann.
00:06:03: Deswegen haben wir heute jemand bei uns der das Thema wie kaum ein anderer kennt Christian Richter Landesgeschäftsführer des BGL Niedersachsen im Gesamtverband Verkehrsgewerbes Niedersachsen.
00:06:14: Er erklärt uns, was Speditionen wirklich tun müssen wenn sie Fahrer aus Drittstaaten rekrutieren wollen und warum Deutschland im internationalen Vergleich leider hinterherhängt.
00:06:24: Hallo Herr Richter schön dass Sie heute Zeit für uns haben und uns das Thema Fahrer Aus Dritt Staaten näher bringen.
00:06:30: Ja vielen Dank für die Einladung Frau Schafen unter Bonk.
00:06:33: ich freue mich sehr heute bei Ihnen zu sein.
00:06:35: Das Thema Fahrers Aus Dritter Staaten beschäftigt aktuell viele Unternehmen in Güterverkehr.
00:06:40: Deshalb freue ich mich, dass wir heute die Gelegenheit haben darüber etwas ausführlicher zu sprechen.
00:06:45: Perfekt!
00:06:46: Dann starten wir doch direkt mal mit der ersten Frage.
00:06:49: Es klang ja gerade schon ein wenig an aber warum sind denn Drittstaaten aus Ihrer Sicht inzwischen unverzichtbar für die Fahrerrekrutierung?
00:06:58: Ja wie Sie sich schon in Ihre Anmoderation gesagt haben für uns allein in Deutschland aktuell zwischen hundert und hundzwanzigtausend Berufskauffahrern.
00:07:05: Wir sprechen europaweit sogar, je nach Studie von fünfhunderttausend bis zu einer Million fehlenden Fahrern.
00:07:12: Das zeigt ganz deutlich, wir haben es längst nicht mehr nur mit einem deutschen Problem zu tun sondern mit einem europäischen.
00:07:18: Da weiß mir ein Punkt besonders wichtig unsere heimischen Fahrerinnen und Fahrer leisten jeden Tag hervorragende Arbeit.
00:07:24: Sie sind das Rückhalt unserer Versorgung und unserer Logistik.
00:07:27: ohne sie würde unser Land gar nicht funktionieren.
00:07:29: Deshalb bleibt die Gewinnung für Nachwuchs unsere wichtigste Aufgabe.
00:07:36: Aber trotzdem müssen wir anerkennen, dass wir den Beruf nicht allein mit Fahrern aus Deutschland decken können und genau deshalb werden Fahrer aus Drittstaaten für unsere Branche immer wichtiger.
00:07:44: Wir sind keine Konkurrenz zu unseren heimischen Fahrern sondern eine notwendige Ergänzung.
00:07:50: Hinzu kommt das wir in den Kombinieren vor vielen weiteren Herausforderungen stehen könnten.
00:07:55: Wir alle hoffen, dass der Krieg in der Ukraine möglichst bald endet.
00:07:58: Wir müssen uns darauf einstellen, dass der Wiederaufbau des Landes enorme personelle Ressourcen benötigt.
00:08:04: Benötigen wird es durchaus denkbar, dass viele Fahrer aus europäischen EU-Starken die heute in Deutschland beschäftigt und unterwegs sind dann wieder in ihren Heimatregionen oder beim Wiederaufbauen der Ukraine gebraucht werden.
00:08:19: Das würde den Gewerb um Fahrer in ganz Europa noch mal deutlich verschärfen.
00:08:24: Gleichzeitig rechnen wir mit zusätzlichem Transport und einem steigenden Güterverkehr zwischen Deutschland und der Ukraine.
00:08:31: Und wenn sich, was wir alle hoffen die wirtschaftliche Lage in Deutschland zeitgleich wieder verbessert wird auch der Bedarf an Transportleistungen und damit an Fahrern noch weitersteigen.
00:08:41: Deshalb bin ich überzeugt Die Gewinnung von Fahrern und Drittstaaten für unsere Branche in den kommenden Jahren immer wichtiger werden.
00:08:47: Sie ersetzt nicht Ausbildung und gewinnungheimischer Fahrer aber sie wird ein unverzichtbarer Bestandteil sein um die Versorgung, das Wirtschaftswachzum und die funktionierenden Lieferketten auch künftig sicherzustellen.
00:09:02: Definitiv!
00:09:03: Also da haben Sie sehr viele wichtige Punkte angesprochen.
00:09:06: Welche Herkunftsländer sehen Sie denn aktuell als besonders geeignet für diese Beschaffungen an Fachkräften?
00:09:11: Und warum?
00:09:13: Ich glaube zunächst einmal es ist wichtig zu verstehen dass es das perfekte Herkungsland nicht gibt.
00:09:19: jedes Land hat seine Stärken aber auch eine Herausforderung.
00:09:22: Wenn wir heute auf mögliche Herkunftsländer schauen, dann achten wir auf mehrere Faktoren.
00:09:26: Dazu gehören zum Beispiel die Bereitschaft zur langfristigen Migrationen ein solides Bildungsniveau das Potenzial an verfügbaren Bewerbern und natürlich auch die Frage ob vor Ort verlässliche Strukturen für die Rekrutierung, für die Qualifizierung und die Integration verhandeln sind.
00:09:44: Ein Partner von uns hat dazu eine umfangreiche Untersuchung durchgeführt.
00:09:47: dabei haben sich insbesondere Länder wie Südafrika, Argentinien, Peru und Brasilien als interessante Märkte herauskristallisiert.
00:09:56: Diese Länder haben gemeinsam das viele Menschen dort grundsätzlich bereit sind langfristig im Ausgang zu arbeiten die Bildungssysteme solide sind und ausreichend Bewerberpotenzial vorhanden ist.
00:10:08: allerdings gibt es auch weitere Länder wie zum Beispiel Vietnam, Mongolai, Indien aber auch Länder aus Nordafrika.
00:10:16: Für unsere Brunsche kommt allerdings noch ein weiterer Punkt hinzu.
00:10:19: Im Güter-Kraftverkehr sprechen wir nicht einfach über Arbeitskräfte, sondern über Berufskafarer und deshalb spielen auch die Anerkennung von Führerschein und die Berufskafarer Qualifikation eine wichtige Rolle.
00:10:30: Genau diese Faktoren müssen bei der Auswahl möglicherweise auch immer mitbedacht werden.
00:10:36: Südafrika ist dabei besonders interessant.
00:10:38: dort treffen mehrere positive Faktor zusammen.
00:10:41: viele Bewerber verfügen über sehr gute Englischkenntnisse Die Anerkennung der Fahrerlaubnis ist vergleichsweise gut handhabbar und wir haben nahezu die gleiche Zeitzone wie in Deutschland.
00:10:51: In dieser letzten Punkt wird häufig unterschätzt, gerade wenn Menschen dauerhaft nach Deutschland kommen bleibt der Kontakt zur Familie im Heimatland ein wichtiger Faktor.
00:11:00: Wenn die Zeitverschiebung gering ist lassen sich regelmäßig Gespräche deutlich einfacher organisieren.
00:11:06: das kann die Integration erleichtern und langfristig auch die Bindung an den Arbeitgeber stärken.
00:11:11: Da konzentrieren wir uns weniger auf die Frage, welches Land das Beste ist.
00:11:16: Wie wichtig ist die Frage?
00:11:18: Wo wir langfristig verlässliche Strukturen aufbauen können damit die Rekrutierung, die Qualifizierung und die Integration nachhaltig funktionieren?
00:11:25: Das ist natürlich ein wichtiger Punkt.
00:11:28: mit der Zeitverschiebung da hatte ich selber gar nicht dran gedacht aber natürlich so kann man wahrscheinlich viele Hürden überwinden.
00:11:35: Apropos Hürde was sind denn für Speditionen die größten Hürdes wenn die Fahrer aus Drittstaaten holen wollen?
00:11:43: Die größten Hörden liegen aus meiner Sicht in drei Bereichen.
00:11:46: Das sind die Sprachkenntnisse, das sind die komplexen dieser Verfahren und bei den besonderen Anforderungen unserer Branche also bei der Führerscheinahnerkennung und auch die Berufskauffahrerqualifikation.
00:11:57: Gerade die Sprache ist ein ganz entscheidender Punkt.
00:11:59: Die Fahrer müssen sich im Arbeitsalltag verständigen können.
00:12:01: Sie müssen mit Kunden, Kollegen und Behörden kommunizieren und sich natürlich um Straßenverkehr bewegen können.
00:12:07: Deshalb sind die sprachkenntnissen ein wichtiger Volksfaktor.
00:12:11: Die zweite große Herausforderung sind die Visa-Verfahren.
00:12:13: Hier sind viele Behörden beteiligt, es müssen zahlreiche Dokumente eingereicht werden und die Bearbeitungszeiten lassen sich oft nur schwer verhersagen.
00:12:21: Das erfordert Geduld und auch eine gute Vorbereitung.
00:12:25: Dann kommen wie schon erwähnt noch die Besonderheiten des Gewerbes hinzu, selbst wenn jemand im Herkunftsland schon viele Jahre als LKW-Fahrer gearbeitet hat müssen Fragen der Führerscheinanerkennung und der Beruska-Fahrerqualifikation geklärt werden.
00:12:39: Auch das kostet Zeit, und er fordert einen gewissen organisatorischen Aufwand.
00:12:44: Deshalb sollte man einen wichtigen Fehler vermeiden.
00:12:47: Die Rekrutierung von Fahrern aus Drittstaaten ist ein klassischer Bewerbungsprozess, die ist vielmehr ein langfristiges Integrationsprojekt, das bereits bei der Auswahl der Bewerber beginnt und noch lange nicht mit der Einreise nach Deutschland endet.
00:12:59: Wer sich dessen bewusst ist der schafft die Grundlage für eine erfolgreiche und nachhaltige Fachkräftegewinnung.
00:13:09: Im Vorgespräch gerade haben wir auch erwähnt, dass es wichtig ist, Partner in den Herkunftsländern zu haben?
00:13:15: Wie
00:13:16: findet man die denn?
00:13:19: Wir haben völlig recht.
00:13:20: aus meiner Sicht sind verlässliche Partnerschrukturen einer der wichtigsten Erfolgsfaktoren.
00:13:24: überhaupt und gute Partner vor Ort wird eine Nachhaltigerekretierung von Fahrern nur sehr schwer funktionieren.
00:13:31: Man muss sich vor Augen führen, die Unternehmen in Deutschland können die Bewerber an den Herkunftsländern nicht selbst kennenlernen.
00:13:37: Sie können Sprachkenntnisse überprüfen oder Dokumente bewerten.
00:13:40: dafür braucht es Menschen und Organisationen vor Ort für die jeweiligen Gegebenheiten kennen und auch die notwendigen Netzwerke verfügen.
00:13:50: Gute Partner unterstützen deshalb nicht nur bei der Rekrutierung, sie helfen bei der Vorausweigung eigneter Bewerbe organisiert ihren Qualifizierungsmaßnahmen begleiten Sprachkurse unterstützen bei Dokumenten und Behördenverfahren, stehen häufig auch während des Integrationsprozesses als Ansprechpartner dem Unternehmen zur Verfügung.
00:14:09: Entscheidend ist dabei die Qualität dieser Partner.
00:14:11: Die besten Ergebnisse sehen wir immer dort, wo über Jahre belastbare Netzwerke aufgebohrt wurden und sie beteiligten die Anforderungen des deutschen Arbeitsmarkts genau kennen.
00:14:20: Am Ende entscheidet oft nicht das Herkunftsland über den Erfolg eines Projektes sondern die Qualitäten der Strukturen.
00:14:28: Aber wie findet man solche Partner?
00:14:29: Aus meiner Sicht vor allem über bestehende Netzwerke und Erfahrungen.
00:14:32: Deshalb empfehle ich den Unternehmen immer, den Austausch mit anderen Unternehmern verbenden und erfahrenen Dienstleistern zu suchen.
00:14:41: Wer von den Erfahrungen anderer profitiert, vermeidet viele Fehler und spart häufig viel Zeit und Geld.
00:14:47: Ich würde daher sagen wenn die Rekrutierung aus Drittstaaten ein Integrationsprojekt ist dann sind starke Partnerstrukturen das Fundament auf dem dieses Projekt aufgebaut.
00:14:57: Eine weitere Hürde ist ja dann aber auch noch für Unternehmen, dass es halt an der Führerscheinanerkennung scheitert.
00:15:03: Das Projekt von dem Sie die ganze Zeit reden.
00:15:05: was muss man denn hier unbedingt wissen?
00:15:09: Ja das Thema Führerchein-Anerkennungen gehört tatsächlich zu den Bereichen bei denen Unternehmen besonders hinschauen sollten.
00:15:15: Zunächst einmal gilt für die Anerkennung von Führerschein aus Drittstaaten ist die Anlage elf der Vererlaubnisverordnung maßgeblich.
00:15:22: Dort ist geregelt, welche Staaten anerkannt werden und unter welchen Voraussetzungen eine Umschreibung möglich ist.
00:15:28: Das Problem ist allerdings dass dort bisher nur vergleichsweise wenige Länder aufgelistet sind.
00:15:33: Deshalb setzen wir uns als Verband auch dafür ein das im Rahmen der aktuell diskutierten Führer Scheinreformen weitere Starken aufgenommen und die Verfahren insgesamt deutlich unbürokratischer gemacht werden.
00:15:44: Wichtig ist dabei außerdem zu wissen, dass Führerschein Anerkennung und Berufsgefahrer Qualifikation zwar unterschiedliche Themen sind.
00:15:50: Selbst wenn ein Führer Schein anerkannt wird muss die Berufs- gefahrer Kualifikation in vielen Fällen zusätzlich nachgewiesen werden.
00:15:57: Dazu gehört am Ende auch den Sprechen IRK Prüfungen wie zum heutigen Stand nur in deutscher Sprache abgelegt werden kann.
00:16:03: hier sind wir als Verband aber gerade dran auch weitere Sprachen vom Gesetzgeber hinzufügen zu lassen.
00:16:10: Besonders vorsichtig sollten Unternehmer allerdings sein, wenn Bewerber bereits einen EU-Führerschein besitzen.
00:16:16: Auf den ersten Blick klingt das oft unkompliziert in der Praxis steckt dahinter aber häufig ein ursprünglich in einem Drittstaat erworbener Führersschein, der aufgrund bilateraler Vereinbarung in einem anderen EU-Mitgliedstaat umgeschrieben wurde.
00:16:30: Solche Führerschallen erkennt man häufig an der Schlüssezahl Kartenführerscheins.
00:16:37: Hier sollte genau geprüft werden, auf welcher Grundlage die Umschreibung erfolgt ist und ob die Voraussetzungen auch nach einem Wohnsitzwechsel nach Deutschland weiterhin erfüllt sind.
00:16:46: Falls dies nicht der Fall ist darf der Fahrer nicht eingesetzt werden, es drohen sogar hohe Bußgelder.
00:16:52: Man ratlautet deshalb im Zweifel immer Nachfragen.
00:16:57: Mitgliedsunternehmer können sich jederzeit an ihren Verband wenden.
00:17:00: darüber hinaus verfügen viele Fahrschulen und spezialisierte Bildungsdräger über umfangreiche Erfahrungen in diesem Bereich, gerade weil die Regelung sehr komplex sind sollte man hier frühzeitig Fachlichen Rat einholen.
00:17:12: Die gute Nachricht ist aber die meisten Fragen lassen sich klären.
00:17:14: Man sollte sich aber frühzeitig damit beschäftigen, damit es später keine bösen Überraschungen gibt.
00:17:19: Ja auch die BKF Qualifikation ist ja ein Engpass und somit immer mal wieder eine böse Überraschnung wert.
00:17:25: Warum ist Deutschland so langsam in diesen Bereich?
00:17:27: Und was raten Sie da unternehmen?
00:17:31: Ja, die Berufsverfahren Qualifikation ist wie schon gesagt neben dem Wieservorfahren und der Führerschein Anerkennung sicherlich einer der größten Hürden bei der Rekrutierung von Fahrern aus Gritztagen.
00:17:41: Viele Bewerber bringen bereits jahrelange Berufserfahrungen mit und haben in ihren Heimatländern als Berufsgefahr gearbeitet.
00:17:47: trotzdem müssen sie in Deutschland zunächst verschiedene Qualifizierungen zum Prüfungsverfahren durchlaufen bevor Sie tatsächlich überhaupt vom Unternehmen eingesetzt werden können.
00:17:56: ein besonders sensibles Thema ist dabei die Sprache.
00:17:59: natürlich brauchen ausreichende Deutschkenntnisse für den Arbeitsalltag und für die Verkehrssicherheit.
00:18:05: Aus Sicht vieler Unternehmen gehen die heutigen Anforderungen in den Prüfungsverfahren, aber teilweise über das hinaus was für die praktische Berufsausbildung tatsächlich erforderlich ist.
00:18:14: Hier sehen wir wie gerade schon gesagt durchaus Reformbedarf.
00:18:19: Hinzu kommt dass die Verfahren insgesamt sehr bürokratisch sind für wahrscheinlich alle erkenne Berufsgefahrqualifikationen.
00:18:24: unterschiedliche Zuständigkeiten Und auch zahlreiche Nachweise greifen ineinander und verlängern den Weg bis zum ersten Arbeitstag oft erheblich.
00:18:34: Auch hier setzen wir uns als Verband dafür ein, die Verfahren praxisnäher und unbürokratischer zu gestalten.
00:18:40: es geht nicht darum Sicherheitsstandards abzusenken.
00:18:43: Es geht mehr darum Unitige Hörden abzubauen und qualifizierten Fahrern den Zugang zum Beruf zu erleichtern.
00:18:52: konkret sind das Punkte wie weniger Bürokratie und schnellere Verfahren, praxisgerechtere Prüfungen eine Überprüfung der bestehenden Sprachregelung.
00:19:03: Eine bessere Nutzung der europäischen Gestaltungsmöglichkeiten die Vermeidung von Doppelprüfungen und unnötigen Mehrfach nachweisen sowie eine stärkere Digitalisierung im Verfahren.
00:19:14: Gerade vor dem Hintergrund des akuten Fahrermangels können wir uns aus meiner Sicht nicht leisten, qualifizierte und motivierte Fahrrad durch Übersetzung der Bürokratie oder unnötig komplizierte Verfahren zu verlieren.
00:19:26: Mein Rat an die Unternehmen ist deshalb plante ich die Bruskerfahrqualifikation von Anfang an mit ein- und holen sie sich frühzeitig Unterstützung von erfahrenem Partner in das Sparzeit und verhindert viele Probleme im weiteren Verlauf des Projekts.
00:19:39: Genau aber...
00:19:41: Wo man jetzt ja nicht so viel Zeit sparen kann, ist dann doch das Visumverfahren.
00:19:44: Das ist ja dann doch eher realistisch langwieriger oder wo hakt es denn da am meisten?
00:19:50: Ja die Unternehmen sollten bei dem Visa-Verfahren vor allem eins mitbringen geduld.
00:19:54: Nach unseren Erfahrungen bewegen wir uns heute häufig in einem Zeitraum von etwa drei bis sechs Monaten und das kann nach ihr nach Herkunftsland und Einzelfall auch noch länger dauern.
00:20:03: Die Herausforderung liegt dabei meist nicht im einzelnen Verfahrenschritt sondern in der Viehzahl der Beteiligten Stellen.
00:20:10: Die Terminvergabe bei den deutschen Auslandsvertretungen kannst du in Anspruch nehmen.
00:20:16: Hinzu kommen natürlich auch die zahlreichen Dokumente, die übersetzt beglaubigt oder mit einer Oppostille also einer international anerkannten Beglaubigungsform versehen werden müssen.
00:20:26: Parallel sind verschiedene Behörden beteiligt sowie Merkungsland aber auch in Deutschland.
00:20:31: Botschaften ausländerbehörden Arbeitsverwaltung und weitere Stellen müssen zusammenbürgen.
00:20:38: für Unternehmen ist zudem oft nur schwer nachvollziehbar, an welcher Stelle sich ein Verfahren aktuell überhaupt befindet und womögliche Verzögerungen entstehen.
00:20:46: Aber genau deshalb zeigt sich auch hier wieder wie wichtig gute Partnerstrukturen sind, erfahrene Rekrutierungs- und Integrationspartner können die Abläufe in den jeweiligen Herkunftsländern erkennen haben häufig praktische Erfahrungen mit den zuständigen Botschaften und können die Unternehmen bei der Vorbereitung der Unterlagen und der Koordination der einzelnen Schritte unterstützen.
00:21:06: In vielen Fällen übernehmen Sie sogar große Teile des Verfahrensmanagements.
00:21:11: Mein Rat lautet daher, planen sie ausreichend Vorlauf ein und holen sich frühzeitig erfahrende Unterstützung an die Seite.
00:21:17: Wer heute Fahrer aus Drittstarken gewinnen möchte, sollte nicht für den nächsten vier Wochen planen sondern eher für die nächsten sechs bis zwölf Monate.
00:21:26: Gleichzeitig zeigt sich hier aber auch einen politischen Eindlungsbedarf.
00:21:29: Wenn Deutschland im internationalen Wettbewerb und Fachkräfte bestehen will, brauchen wir schnellere, transparentere und besser aufeinander abgestimmte Verfahren.
00:21:37: Denn am Ende statt hat die Gewinnung von Fachkräften häufig nicht an den Menschen oder den Unternehmen sondern an der Komplexität der Prozesse.
00:21:45: Gut sagen wir mal!
00:21:46: Wir haben diese Komplexkeit hinbekommen.
00:21:48: Was müssen Unternehmen denn organisatorisch leisten wenn die Fahrer dann wirklich in Deutschland ankommen?
00:21:55: Aus meiner Sicht unterschätzen viele Unternehmen genau diesen Teil des Prozesses.
00:21:58: Die eigentliche Herausforderung endet nicht mit der Wiesungserteilung oder der Einreise nach Deutschland, in vielen Fällen beginnt die eigentliche Arbeit es dann.
00:22:06: Zunächst stehen zahlreiche organisatorische Schritte an.
00:22:09: Die Fahrer müssen beim einen Monat-Mailabend angemeldet werden benötigt eine Krankenversicherung.
00:22:14: Es müssen Termine bei Lausender Behörde und häufig auch bei arbeitsmedizinischen Untersuchungen.
00:22:19: also beim Betriebsarzt eingeholt werden.
00:22:20: Je nach Ausgangssituation kommt zudem die schon genannten Probleme mit Führerschein, BKF-Kollektikation sowie Schulungen und IHK Prüfung hinzu.
00:22:29: Eine ganz praktische Thema ist außerdem der Wohnraum.
00:22:32: wer Fachkräfte aus dem Ostland gewinnt muss sich frühzeitig Gedanken darüber machen wo die Menschen nach ihrer Ankunft überwohnen können.
00:22:40: das klingt zunächst banal ist aber in vielen Regionen Deutschland inzwischen eine echte Herausforderung.
00:22:46: Genauso wichtig ist die Integration in den Betrieb und in den gesellschaftlichen Umfeld.
00:22:50: Die neuen Mitarbeiter müssen die Abläufe im Unternehmen kennenlernen, sprachliche Hörden überwinden und sich in einem völlig neuen Umfeld zurechtfinden.
00:22:59: Deshalb ist ein intensiveres Onboarding häufig sinnvoll.
00:23:04: Viele erfolgreiche Unternehmen arbeiten beispielsweise mit festen Ansprechpartnern oder Mentoren, die die neuen Kollegen in den ersten Monaten begleiten.
00:23:12: Und genau hier entscheidet sich häufig, ob ein Projekt langfristig erfolgreich ist oder nicht.
00:23:17: Die Rekretierung ist nicht nur der erste Schritt wie eigentliche Aufgabe besteht darin die Menschen dauerhaft im Unternehmen und in ihrem neuen Umfeld zu integrieren.
00:23:27: Deshalb sollten Unternehmen von Anfang an nicht nur die Gewinnung der Fahrerplan sondern auch deren Ankommen in Deutschland.
00:23:34: Integration als Teil des Projekts versteht hat die besten Chancen auf eine langfristige und erfolgreiche Zusammenarbeit.
00:23:41: Gut, dann jetzt mal ganz praktisch.
00:23:43: Wenn morgen eine Spedition zu Ihnen kommt und sagt wir brauchen den Fahrer.
00:23:47: was wäre da jetzt Ihr erster Rat?
00:23:51: Ja mein erster Rad wäre ganz klar versuchen Sie nicht das Projekt allein aufzusetzen.
00:23:56: suchen sie sich von Anfang an einen erfahrenen Partner der die Prozesse kennt und bereits praktische Erfahrungen in der Rekrutierung von Fahrern aus Drittstarken gesammelt hat.
00:24:05: Wir haben heute über viele Themen gesprochen, von der Bewerber-Auswahl über Wieserverfahren, Zürichanen Anerkennung bis hin zur Berufsgefahr Qualifikation und der Integration.
00:24:14: Jedes einzelne Thema ist für sich genommen beherrschbar.
00:24:17: die Herausforderung besteht darin all diese Prozesse gleichzeitig zu koordinieren.
00:24:22: genau deshalb unterschätzen viele Unternehmen den zeitlichen und auch dem personellen Aufwand.
00:24:27: Die Rekrutierung von Fahrern aus Drittstaaten ist kein Projekt, das man nebenbei erledigt.
00:24:31: Sehr vor der Zeit Ressourcen Erfahrung und auch ein gutes Netzwerk.
00:24:36: Mein Rat lautet deshalb starten Sie mit einem überschaubaren Projekt zusammen sehr erste Erfahrungen und bauen sie Schritt für Schritt die notwendigen Strukturen auf.
00:24:45: Wer diesen Weg professionell angeht kann auch erfolgreich Fachkräfte gewinnen und langfristig an sich in seinen Unternehmen bin.
00:24:52: Außerdem würde ich Unternehmen empfehlen, die Möglichkeit einer Verbandsmitgliedschaft aktiv zu nutzen.
00:24:57: Gerade bei diesem Thema wie der Fahrer-Rekrutierung aus Ritzstaaten kann der Austausch mit anderen Unternehmen enorm wertvoll sein.
00:25:04: Im Gesamtverband Verkehrsgewerbe Niedersachsen in der Fachvereinigung BGL Niedelsachsen und über die Netzwerke des Bundesverbandes BGL gibt es inzwischen viele praktische Erfahrungen mit der Rekrutierung von Fahrern aus Rittstaaten.
00:25:16: Der Austausche mit Unternehmenden, Es kann viele Fehler vermeiden und wertvolle Zeit sparen.
00:25:24: Und vielleicht noch ein letzter Gedanke, die Gewinnung von Fahrern aus Drittstaaten ist kein kurzfristiger Notfallplan gegen den Fahrermangel.
00:25:32: Sie ist mehr eine langfristige Investition in die Zukunft des Unternehmens.
00:25:38: Gleichzeitig erleben wir in der Praxis das viele Unternehmen, die diesen Weg gegangen sind sehr positive Erfahrungen gemacht haben.
00:25:45: Trotz aller Herausforderungen möchten viele ihre neuen Mitarbeiter heute nicht mehr missen.
00:25:50: Die Fahrer sind häufig sehr dankbar für die Chance, in Deutschland Arbeit zu dürfen und sich hier eine Zukunft aufbauen zu können.
00:25:57: Diese Motivation und Wertschätzung erleben die Unternehmen jeden Tag im Arbeitsalltag durch die Loyalität.
00:26:04: Deshalb lautet mein Fazit, ja der Weg ist anspruchsvoll und mit Aufwand verbunden.
00:26:09: Aber aus den Erfahrungen vieler Unternehmen wissen wir auch dass er sich wirklich lohnen kann.
00:26:13: Wer sich in Herausforderung stellt die Möglichkeiten seines Verbands nutzt und sich von erfahrenen Partnern begleiten lässt hat gute Chancen engagierte und langfristig gebundene Mitarbeiter für sein Unternehmen zu gewinnen.
00:26:25: Super das klingt doch langwierig, aber auf jeden Fall würde es sich lohnen.
00:26:31: Dann Herr Richter vielen Dank dass Sie sich die Zeit genommen haben uns einmal die ganzen Erfahrungswerte von Ihnen zu schildern und vielleicht bis zum nächsten Mal!
00:26:43: Vielen herzlichen Dank und den Unternehmen viel Erfolg!
00:26:46: Herr Richta auch von meiner Seite ganz herzischen Dank für diese Einblicke in das Thema Rekrutierung von Fahrern aus Drittstaaten.
00:26:52: Danke, dass sie Zeit für uns hatten
00:26:55: Und damit bedanken wir uns auch bei allen Hörern da draußen.
00:26:57: Sollten Sie Fragen, Feedback oder Kritik haben können sie einen Kontakt in den Show Notes finden und uns gerne schreiben!
00:27:04: Ansonsten freuen wir uns natürlich über eine Bewertung auf der Podcastplattform ihrer Wahl.
00:27:09: – bis zum nächsten Mal wünsche ich wie immer eine Allzeit gute Fahrt!
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